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Wie und warum soll die Kontrollpause (CP, control pause) täglich morgens gemessen und notiert werden?

- Letzte Aktualisierung am der 24. Dezember 2018

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Geschrieben von Dr. Artour Rakhimov, Alternativer Gesundheitserzieher und Autor
- Medizinisch überprüft von Naziliya Rakhimova, MD

Die Buteyko Methode zum Selbstlernen Teil 5

Wie die Morgen CP gemessen wird

Familie-linken-Schlafposition.JPGDie Kontrollpause am Morgen wird unmittelbar nach dem Aufwachen gemessen, am besten in genau der Position, in der Sie aufgewacht sind. Eine tickende Uhr ist dabei sehr hilfreich, zur Not tut es aber auch eine Digitale Sekundenanzeige auf dem Wecker o.ä. Zählen im Kopf ist zu ungenau und das Ergebnis kann bis zu 10% abweichen.

Warum ist die morgendliche Kontrollpause so entscheidend für die Gesundung

Sie haben Ihre CP morgens schon oft gemessen, aber vielleicht fragen Sie sich immer noch, warum diese Messung die wichtigste Komponente der Buteyko Methode ist. Manche Buteyko Trainer heben stark auf häufige Sitzungen mit Atemübungen mit dem Erreichen hoher CP Werte ab. Das ist gut. Wesentlich ist jedoch, dass die Kontrollpause auch über Nacht weitgehend unverändert erhalten bleibt.
Während des Schlafs können wir unsere Atmung nicht kontrollieren. Bei den meisten Menschen wird sie am tiefsten und/oder schwersten in den frühen Morgenstunden zwischen 3 und 6 Uhr. Darum fällt die CP in diesen Stunden drastisch ab. Das bedeutet, die Sauerstoffversorgung und Atemregulation im Atemzentrum stellen sich auf den niedrigsten Wert zurück, der tagsüber erreicht wurde. Folglich kann kein positiver Effekt auf die Gesundheit zu erwarten sein, im Gegenteil, in diesen frühen Morgenstunden perpetuieren sich die Schäden im Körper, die durch Sauerstoffmangel entstanden sind. Die Erfolge der täglichen Atemarbeit werden zunichte gemacht. Der Fortschritt verlangsamt sich enorm und der Lernende muss praktisch von vorn beginnen.

Zur Erinnerung: schwer kranke Menschen sterben zumeist in den frühen Morgenstunden, wenn die Atmung am schwersten und die Sauerstoffversorgung am niedrigsten ist. Dieses Phänomen ist Fakt für Herzkrankheiten, Schlaganfall, COPD, Asthma, Epilepsie und viele andere Erkrankungen.

Stellen Sie sich zum Beispiel vor, was passiert, wenn die morgendliche Kontrollpause unter 20 oder gar 10 Sekunden sinkt.
Wenn Sie Asthma haben, und morgens hyperventilieren, dann sinkt der Kohlendioxidgehalt in Lungen und Blut und damit die Sauerstoffversorgung auf ein kritisches Niveau. Die Atemwege werden irritiert und Entzündungen verstärken sich. Ihr Körper wird tagsüber, wenn die Sauerstoffversorgung besser ist, versuchen, sich zu “reparieren”. Wenn Sie aber jeden Morgen hyperventilieren, oder auch nur jeden zweiten Morgen, kann es niemals zu einer Heilung kommen, weil dieses Hyperventilieren alle Reparaturen wieder kaputt macht. Die Zeit reicht schlicht nicht aus zur Heilung. Es ist vergleichbar mit einer Wunde, die man immer wieder blutig kratzt.
Das gleiche passiert, wenn Sie an einem Herzfehler oder anderen Abnormalitäten des Herzens leiden. Sobald die Kontrollpause unter 10 Sekunden sinkt, entstehen schwere Schäden am Herzen. Viele Stunden Atemübungen, die perfekte Ernährung und viele andere großartige Maßnahmen können nicht helfen, wenn Sie morgens hyperventilieren.

Ein Krebsgeschwür wird während der frühen Morgenstunden wachsen oder metastasieren. Tagsüber tun Sie vielleicht viele Dinge, die den Tumor bekämpfen. Wenn der Tumor aber jeden Morgen um 2mm wächst und tagsüber um 1 mm schrumpft, wie groß ist er dann in 1-2 Monaten?

Um gegen dieses Problem anzugehen und seine Ursachen herauszufinden, muss der Lernende (sofern keine Kontraindikationen bestehen) abends die Kontrollpause messen und sofort nach dem Aufwachen morgens. Dabei ist diese Kontrollpause nicht nur ein Test. Sie liefert Energie und erinnert uns daran, dass wir weniger atmen sollen.

Nach einigen Tagen werden Sie viele Messungen haben. Tages- Abend- und Morgenmessungen. Vergleichen Sie die Zahlen und machen Sie sich daran, die Ursachen für die Unterschiede ausfindig zu machen. Ist die Kontrollpause morgens deutlich kleiner als abends? Wieviele Sekunden? Manche Menschen schlafen nie mehr als etwa 6 Stunden, obwohl ihre Kontrollpause nie über 10 Sekunden liegt. Diese Menschen haben aber keine Probleme mit einem Abfall der Kontrollpause während des Schlafes.

Die Praxis zeigt, dass über 50% der Lernenden einen starken Abfall der Kontrollpause über Nacht erfahren (meistens ist sie morgens nur halb so lang wie abends, manchmal sogar noch weniger). Nur ein Bruchteil (5-10%) wachen morgens mit der gleichen CP wie abends auf.
Tagsüber steigt sie dann durch Atemübungen und andere Aktivitäten wieder an, um über Nacht wieder auf das niedrige Niveau zurück zu fallen (30-70% weniger).
Sie werden zwar von wochenlangem üben profitieren, aber es sollte deutlich geworden sein, dass die Aufrechterhaltung der Kontrollpause über die Nacht die größte Rolle bei der Gesundung spielt.

Erstellt am 06.12.2017