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Mythen über die Atmung, Glaube an tiefe Atmung, Überatmung und Sauerstoffversorgung

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Wie man mehr O2 bekommt und das “Überatmen”

 Mythos Nr. 1 Die Atmung wird durch den Bedarf an Sauerstoff reguliert

SauerstoffbläschenWenn man irgend ein beliebiges physiologisches Lehrbuch öffnet und sich die Absätze und Kapitel über die Atmung (und wodurch die Atmung reguliert wird) betrachtet, wird man sehen, dass unter normalen Umständen die Atmung durch die CO2-Konzentration im arteriellen Blut und im Gehirn kontrolliert wird. Was auch immer wir tun (sitzen, gehen, essen, laufen, schlafen, etc.), die arterielle Konzentration von Kohlendioxid wird in einem engen Bereich gehalten (0,1% Genauigkeit) und zwar vom Atemzentrum, das sich im verlängerten Rückenmark (medulla oblongata) des Gehirns befindet.

Mythos Nr. 2 CO2 ist ein giftiges Gas und ein Abfallprodukt, das man loswerden muss

Wenn eine gesunde Person versucht zu hyperventilieren oder dazu gezwungen ist, schnell und kräftig zu atmen, erfährt sie einen Zustand der sich Hypokapnie (Mangel an CO2) nennt. Er tritt auf im Blut, in anderen Körperflüssigkeiten, im Gewebe und in den Zellen. Die sofortigen Effekte von Hypokapnie sind: Konstriktion (Verengung) der Blutgefäße (Kohlendioxid ist ein starker Vasodilator) und reduzierter Blutfluss zu Gehirn, Herz und allen anderen lebenswichtigen Organen. Das ist der Grund, warum es  nach 2-3 Minuten kräftiger Hyperventilation leicht zu einer Ohnmacht kommen kann. Ein weiterer Effekt durch den verringerten CO2-Gehalt ist der unterdrückte Bohr-Effekt bzw. die verringerte Abgabe von O2 aus dem Blut in das Gewebe. Neben diesen beschriebenen Effekten gibt es noch viele weitere lebenswichtige Funktionen von CO2 im menschlichen Körper. Indes ist die reduzierte Sauerstoffversorgung, die durch den unterdrückten Bohreffekt und durch die Verengung der Blutgefäße durch CO2 Mangel ausgelöst wird schon völlig ausreichend, um Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes, und viele andere chronische Konditionen zu fördern oder erst entstehen zu lassen.

Mythos Nr. 3 Wenn Menschen gesund sind, können sie fühlen wie sie atmen

Wenn Leute mit normaler Atmung (gemeint ist die normale Atmung nach der medizinischen Norm, d.h. in Ruhe etwa 6L/Minute) gefragt werden, was sie bezüglich ihrer Atmung fühlen, sagen sie, dass sie eigentlich so gut wie gar nichts fühlen (als würden sie kaum atmen). “Der perfekte Mensch atmet, als würde er nicht atmen” Laozi (老子, ca. 400 v. Chr. Und tatsächlich, wenn sie jemanden um sich haben, der gesund ist und man betrachtet seine Atmung für eine halbe Minute, wird man nichts sehen oder hören. Die medizinische Norm für die Atmung ist sehr gering. Es sind nur 6 Liter pro Minute oder etwa 12 Atemzüge mit je 500ml Volumen pro Minute. Die meisten Leute heutzutage atmen tiefer (etwa 700ml) und mit höherer Frequenz und haben folglich eine krank machende Tiefatmung.

Mythos Nr. 4 Meine Atmung ist OK und ich weiß wie man atmen sollte

Vier kranke Menschen, zwei atmen sichtbar im Schlaf durch den MundWeniger als 10% der Menschen heute haben normale Atemparameter (siehe Nr.3) bzw. zellulär genügend verfügbare Sauerstoffvorräte. Während sie 2-3 mal mehr atmen als die medizinische Norm (siehe 3.), glauben die meisten Leute, dass sie ja “kaum atmen”. Man kann dafür auf  www.normalbreathing.com  (siehe die Links dort unten auf der Seite) oder hier auf der Homepage www.atmungnormal.de  24 veröffentlichte medizinische und physiologische Studien betrachten, welche während der letzten 80 Jahre an normalen Personen durchgeführt wurden.

Es ist eine Tatsache, dass die medizinische Norm, die vor etwa einem Jahrhundert etabliert wurde, heutzutage meist nicht mehr erreicht wird. Moderne Menschen atmen etwa doppelt so viel wie die medizinische Norm bzw. wie die Menschen vor hundert Jahren. Hyperventilation resultiert in Hypoxie (Sauerstoffmangel) des Gewebes und vielen anderen biochemischen Abnormitäten wie abnormale PH-Werte etc. Die Atmung ist nur dann normal, wenn sie eine normale Sauerstoffversorgung gewährleistet. Wie kann man das kontrollieren?

Man sollte in der Lage sein in Ruheposition (nach 5-10 min Pause im Sitzen bspw.) seinen Atem nach einer normalen entspannten Ausatmung (nicht alles rauspressen; einfach nur entspannen und so ausatmen) mindesten 40 Sekunden – ohne Stress am Ende der Atempause – anhalten zu können (Keine riesige Einatmung danach, sonder ein normaler kleiner Atemzug ohne Stress). Der Test wird hier genau erklärt: CP-Test

Mythos Nr. 5 Wenn ich hyperventiliere, falle ich wegen einer Überversorgung an Sauerstoff um (oder es wird mir schwindelig deswegen)

Während der winzigen normalen Atmung ist die Sauerstoffversorgung des arteriellen Blutes etwa 98-99%. Eine Überversorgung ist während wir normale Luft atmen unmöglich. (Die Überversorgung des Blutes ist möglich, wenn man reinen Sauerstoff atmet.) Man beachte, dass die normale Atmung unhörbar und unsichtbar ist. Sie ist so leicht, dass die meisten Leute sie kaum fühlen können.

Hunderte medizinische Studien haben gezeigt, dass Hyperventilation (also mehr als die winzige medizinische Norm zu atmen) die Sauerstoffversorgung von Gehirn, Herz, Leber, Nieren und allen lebenswichtigen Organen R E D U Z I E R T. (Links unter Punkt 4.)
Eine Ohnmacht wird durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff ausgelöst (siehe das Foto des Gehirns oben auf der Homepage).

Trotzdem gibt es im TV, Radio und täglichen Situationen des Lebens oft Leute, die kaum physiologisches Wissen besitzen und sagen: “Nimm einen tiefen Atemzug für mehr Sauerstoff”, oder “Atme tiefer für die Sauerstoffversorgung”, “Viel Atmen (Überatmen) ist gut” etc.

Mythos Nr. 6 Kranke Leute merken, wenn ihre Atmung abnormal wird

100% Verbreitung von Hyperventilation in Ruhe findet man bei Leuten mit Zivilisationskrankheiten (und bei vielen anderen Krankheiten). Dies wird bestätigt durch mehr als 40 medizinische Studien (siehe die Links unter Punkt 4.). Diese kranken Patienten atmen etwa 2-3 mal so viel wie die medizinische Norm (siehe die Tabelle auf der Homepage unter www.atmungnormal.de ) und bemerken normalerweise nicht einmal wie schwer und tief sie atmen. Auch beschweren sie sich nicht über ihre pervertierte Atmung. Warum ist das so? Der Grund ist: Luft ist fast gewichtslos und die Hauptmuskeln für die Atmung (Das Zwerchfell und die Brust) sind sehr stark. Wir können während einer maximalen Belastung bis zu 25 mal mehr Luft (oder etwa 150 Liter pro Minute) atmen, als wir für normale Atmung in Ruhe bräuchten (nur etwa 6L/min). Leute bemerken ihre schwere Atmung vielleicht während einer Herzattacke, einem Schlaganfall, Asthmaanfällen oder der Hyperventilation am Morgen (zwischen 4 und 7 Uhr morgens), wenn sie oft bereits 4-5 mal so viel atmen wie die medizinische Norm.

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Überarbeitet am 16.08.2017